Der Verein Frauenperspektiven e.V. wurde 1989 von engagierten Frauen gegründet. Gemeinsam haben wir Angebote geschaffen, die die besonderen Lebensbedingungen von Frauen und Mädchen nicht nur berücksichtigen, sondern sie in den Mittelpunkt stellen.
Die Entwicklung
einer Sucht
verstehen wir als einen Prozess, der von individuellen (Lebens-) Erfahrungen,
aber auch von allgemeinen, gesellschaftlichen Bedingungen beeinflusst wird.
Dieser Prozess
ist nicht zwangsläufig, sondern jede Frau, jedes Mädchen handelt darin
nach eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten und entwickelt für
sich Motive zu Suchtmitteln zu greifen.
Suchtmittelkonsum hat dabei oft die Funktion, besondere Belastungen und Überforderungen
im konkreten Alltag als Frau oder als Mädchen zu bewältigen oder erträglicher
zu machen.
Besondere
Belastungen im Leben einer Frau treten auf als:
Verstrickungen in Beziehungsproblemen
Überforderungen bei der Erziehung von Kindern
Überforderungen durch finanzielle Probleme
Arbeitslosigkeit und/oder berufliche Perspektivlosigkeit
Mangel an (Selbst-) Wertschätzung
eingeschränkte Entwicklungsmöglichkeiten
Ablehnung des eigenen Körpers und der eigenen Sexualität
(sexuelle) Gewalterfahrungen
soziale Isolation/Einsamkeit
Für
Mädchen stellen sich ähnliche Anforderungen,
wobei die Entwicklung einer Geschlechteridentität vom Mädchen hin
zur Frau eine bedeutende Rolle spielt. Während erwachsene Frauen bereits
ein Selbstbild als Frau entwickelt haben, sind Mädchen in der Jugendphase
auf der Suche danach. Suchtmittelkonsum und problematisches Essverhalten sind
in diesem Such-Prozess als Versuch zu verstehen, die anstehenden Anforderungen
und Probleme auf dem Weg zu einer Geschlechteridentität als Frau zu lösen
und sie handhabbar zu machen.
Die Angebote
Information, Beratung, soziale Stabilisierung, ambulante Therapie und Nachsorge,
Vermittlung in Selbsthilfegruppen oder in andere Hilfemaßnahmen des Hamburger
Suchthilfesystems, sowie die Beratung und Fortbildung pädagogischer Fachkräfte
werden von uns mit hohem professionellem Verantwortungsbewusstsein und Engagement
durchgeführt.
Die Teams
sind interdisziplinär
aus den Fachbereichen Pädagogik, Psychologie und Sozialpädagogik zusammengesetzt.
Um die Qualität unserer Arbeit auf hohem Niveau zu halten, bilden wir uns
kontinuierlich fort.
Durch
die Einbindung in Netzwerke
der Suchthilfe, der Frauensozial- und Bildungsarbeit sowie des Jugendhilfesystems
und der Mädchenarbeit in Hamburg können wir Frauen und Mädchen
auf weitergehende Möglichkeiten aufmerksam machen und fördern somit
die Stärkung ihrer eigener Ressourcen.